AOR 2015 – Wir waren dabei!

Drei Wochen mit unglaublich vielen Eindrücken liegen hinter uns.
Wir haben eine Menge gelernt und konnten mit unserer Initiative „Trikots für Kids!“ vielen Kindern eine Freude machen.

Allen die uns unterstützt haben, nochmals ganz herzlichen Dank!

Epilog: Petra, nochmal Amman und Tschüß!

Nach drei Wochen Eindrücken en masse und vielen Stunden täglichen Autofahrens können wir die Füße nicht von einem Moment auf den anderen stillhalten. Drei von uns müssen zwar am Samstag heimfliegen, wir verbliebenen drei machen aber noch die Tour in den Süden, nach Petra. Die Lästigkeiten eines touristischen hotspots nerven zwar, aber dennoch ist die Felsenstadt extrem beeindruckend. Die 250km hin und zurück haben sich gelohnt.

Das Hotel in Amman wählen wir ausschließlich nach den Kriterien Preis und Anbindung an den Flughafen aus. Über Sauberkeit und Ausstattung breiten wir daher gnädig den Mantel des Schweigens. Die Autos dürfen wir netterweise am Flughafen an Sakher vom jordanischen OK übergeben. Das klappt alles problemlos und wiederum sehr freundlich.

Was wir uns in drei Wochen mit den Autos „erfahren“ haben bringt der Flieger in wenigen Stunden hinter sich. So landen die letzten beiden von uns zwar am Montag in München, aber wirklich da sind wir alle noch nicht.

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20. Tag: Siegerehrung und Ausschlafen

Lange Fahrzeiten, Konzentration auf Schlaglöcher und Navigieren und die nächtlichen Open Air-Discos anderer Rallyeteams sind doch weniger spurlos an uns vorbeigegangen als in dem ganzen Trubel bemerkt. Jetzt, da wir im luxuriösen Crowne Plaza runterfahren können, schalten Körper und Geist immer wieder auf Notaus und machen einfach die Augen zu.

Aber einmal raffen wir uns noch auf: es gilt den Siegern die Ehre zu erweisen. Die Siegerehrung findet im Festsaal des Crowne Plaza mit viel Prominenz statt. Die Allgäu-Orient – Rallye 2015 gewinnt das Team „Getriebesand“. Unseren herzlichen Glückwunsch! Und wir bekommen für unseren 4. Platz sogar auch noch eine Medaille.

19. Tag: The Children’s Museum und entspannt ins Luxushotel

Im Children’s Museum, das direkt im King Hussein Park liegt, bauen wir unsere Mauer aus mitgebrachten Wishwall-Steinen mit unseren Wünschen
für das Land, die Region, den Planeten. Dann dürfen wir unsere mitgebrachten (und von den meisten Teams liebevoll gefüllten) Schulranzen an jeweils ein jordanisches Erstklässler-Kind übergeben. Auch mit einem Brief von uns drin – wer weiß, vielleicht kommt ja ein Kontakt zustande?

Wie die meisten anderen Teams haben auch wir noch einiges an Geschenken übrig. Die Fußbälle, Spiele, Trikots, Musikinstrumente und sogar einen elektrischen Dreiradroller für ältere Herrschaften, übergeben wir an eine Regierungsorganisation, die alles in den Süden des Landes transportiert, wo diese Dinge dringender gebraucht werden als im relativ wohlhabenden Amman.

Bis zum Toten Meer ist es nicht sehr weit und wir finden problemlos das Crowne Plaza Hotel. Mit einem kurzen Aufenthalt hier dürfen sich traditionell die Rallye-Teilnehmer nach überstandenen Strapazen belohnen. Und nach den hinter uns liegenden staubigen, miefigen, dreckigen zweieinhalb Wochen wirkt eine Luxushotel-Dusche noch um ein vielfaches luxuriöser!

18. Tag: Offroad durch die Wüste und bis nach Amman

Darauf haben alle gewartet: mit den Autos ohne Piste durch die Steinwüste. Wir fahren relativ zivil, wollen die Autos ja nicht schon heute in der Wüste abstellen. Dem „Roten“ kommt dennoch eine fiese, versteckte Bodenwelle in die Quere. Das Auto taucht kurz zur Hälfte ab und springt dann in Evil Knievel-Manier aus der Senke. Zwei angeschlagene Pilotenschädel, die frontseitige Motoraufhängung gebrochen. Aber fährt, schließlich kann sich der Motor ja noch auf dem Unterfahrschutz abstützen!

Viele Kollegen (witzigerweise überwiegend jordanischen Fahrzeugen)  kostet die Steinwüste Reifen. Wir kommen mit unseren Fulda Conveo Trac ohne Platten durch. Super ausgewählt, ihr Leute bei GoodyearDunlop! Zurück auf der asphaltierten Straße dann die Schrecksekunde des Tages: den österreichischen Kollegen in ihren Volvos fliegt schlagartig das rechte Vorderrad ab. Es folgt Bolzen ausbohren usw. Aber am Abend stehen sie wieder auf dem Übernachtungsparkplatz mit einem zwar sichtlich waidwunden, aber wieder fahrbereiten Schweden.
Wir durchqueren mit Amman die nächste Orient-Großstadt (die Kupplung dankt erneut) und besuchen südlich von Amman in Madaba noch die German-Jordanian University. Hier steigt ein toller Empfang für uns. Nicht zuletzt mit famosen Wassermelonen-Drinks und Blackcurrant-Frappé! Bis zum Etappenziel liegt eine weitere Episode von orientalischem Stadtverkehr vor uns: zurück nach Amman! Im sehr großzügig angelegten King Hussein Park dürfen wir die Zelte aufschlagen.

Am Abend wollen wir noch etwas Essen gehen und erleben DIE sinnbildliche Szene dieser Reise. Wir sind zu Fuß unterwegs, auf der Dachterrasse eines Hauses stehen Kinder, und ohne daß sie unsere Autos gesehen hätten rufen Sie dennoch begeistert „Welcome, welcome to Jordan!“. Egal ob in der Türkei, in Israel oder in Jordanien: „Welcome“ ist das was wir immer und überall hören. Wie oft hören das Menschen, die aus diesen Ländern zu uns nach Deutschland kommen?

17. Tag: Palästina und über den Jordan

Wir müssen vor der Wüste noch Wasser und Essen bunkern, aber da kommt nicht mehr viel bis zur jordanischen Grenze. Außer Jericho. Das steht unter palästinensischer Verwaltung. Ein Schild warnt eindringlich „entering is dangerous to your lives“. Am Checkpoint dürfen wir trotzdem durch, und stellen fest, daß uns in Jericho keine Heckenschützen, sondern auch nur sehr interessierte und freundliche Lebensmittelverkäufer erwarten. Die Vorräte ergänzen wir am nächsten Straßenstand noch um Tomaten und Zwiebeln. So können wir uns gut gerüstet an der langen Kontrollschlange am Jordan anstellen. Unzählige Male heißt es „Passport!“ und „Brief!“ (wir haben nur die Fahrzeugscheine dabei, geben die aber selbstbewußt als „Yes, this Brief!“ rüber. Stört keinen.), dann sind wir irgendwann wirklich am Empfangszelt, das von den extrem gastfreundlichen Jordaniern für uns hergerichtet wurde.

Das obligatorische Grenzfoto: die Herren mit den MGs werden sehr nervös, als Sven sein Fotostativ etwa 100m vom Grenzposten entfernt aufbaut, entspannen sich aber wieder, als wir glaubwürdig versichern, daß darauf nur eine Kamera montiert wird. Am Schluß kommen die Grenzsoldaten in ihren Straciatella-Anzügen sogar mit aufs Bild!

Dann auf ins Wüstencamp. Die Wegbeschreibung paßt, und an jeder zweiten Kreuzung stehen ohnehin Herren in khaki (oder straciatella), um uns den Weg zu weisen. Als wir doch einmal eine Ausfahrt verpassen ist sofort ein älterer Herr da, der uns (wieder einmal) vorausfährt, bis wir wieder auf den richtigen Pfaden sind. Im Stockdunkeln über das letzte Stück Wüstenpiste erreichen wir das Camp für heute Nacht. Reis mit Bohnen und viele, viele Liter Wasser.

16. Tag: Zoll, Bethlehem und Totes Meer

„Alle, die ihre Autoschlüssel auf der Fähre nicht haben stecken lassen, bitte um 6.00 Uhr mit dem Bus an den Hafen fahren. Sonst kriegen die eure Autos nicht raus und wir zahlen irre Extra-Liegegebühren!“ Das war der Moment, in dem Susanne blaß wurde. Schlüssel Richtung Frontscheibe hingelegt, bei Seegang vielleicht runtergepurzelt. Kurzum: Der Wecker klingelt um 5.25  Uhr. Am Hafen ist aber der Herr Oberzollinspektor noch gar nicht wach. Warten. Der Audi steht dann aber schon auf dem Hafengelände, also alles gut gegangen. Entgegen der Ankündigungen ist die Einreisekontrolle in Israel gar nicht soooo wild. Sprengstoff- und Drogenproben, viel mehr bei den meisten nicht.

Für die Grabeskirche in Jerusalem (die mit der berühmten Leiter!) reicht’s leider nicht mehr, denn wir wollen pünktlich zum nächsten offiziellen Treff in Bethlehem sein. Die Straßen rund um Jerusalem, Richtung Bethlehem, sehen auf der Karte aus wie eine Portion Spaghetti und die hebräische Schrift macht das Navigieren auch nicht leichter. Die Kupplung am „Grünen“ ein weiter schwindender Hauch von Nichts im Jerusalemer Verkehrschaos, aber irgendwann stehen wir am Checkpoint 300 und fahren in palästinensisches Gebiet. Nach einer kleinen Ansprache des Gouverneurs noch einen Happen in einem netten Straßen-Restaurant und weiter Richtung Totes Meer. Wohing genau ist leider völlig unklar. „Kalia Beach“ gibt’s nicht auf der Karte, immerhin aber eine Ortschaft Qalya – der Zielmarker des OK steckt auf der Tracking-Karte aber viel weiter südlich. Nach einigen Fehlversuchen eskortiert uns die Armee schließlich nach Qalya, wo wir eigentlich falsch sind, aber zufällig dem Betreiber unseres heutigen Übernachtungscamps „Kalia Beach“ begegnen. Auch er fährt wie selbstverständlich voraus (wer von uns täte das einfach so in Deutschland?).

Am Kalia Beach dann erste „Toter Mann“-Versuche im sehr salzhaltigen Wasser und ein, zwei, drei Absacker an der tiefstgelegenen Bar der Welt (485 m unter NN).

15. Tag: Hello Haifa!

Die Fähre kommt dann in den frühen Morgenstunden (wir legen uns ein paar Stunden hinten in die Autos rein), und gegen 5 Uhr beginnt das Beladen. Dauert durch einiges zolltechnisches hin und her dann bis gegen 10. Nun aber hopphopp in den Bus zum Flughafen Adana. Der Flieger geht fast pünktlich und so kommen wir kurz nach 14 Uhr in Telaviv an. Bei der Hostel-Suche heißt es schnell sein: 600 Leute auf einen Schlag packt die B&B-Kapazität von Haifa nicht einfach so. Wir finden Unterschlupf im Al Yakhour – Hostel mitten in der „German Colony“ von Haifa. Tolle, extrem freundliche Betreiber und großartige Restaurants und Bars in derselben Straße. Das haben wir gut gemacht! Wenn wir nun morgen früh noch die Autos zügig und unbeschadet vom Schiff kriegen, hat das Fährabenteuer insgesamt super geklappt.

14. Tag: Ein Schiff wird kommen

„Wenn ihr bis 11 in Antalya seid, schafft ihr es gut bis zum Ablegen des Schiffs um 22 Uhr in Mersin“ sagte der Richard. Also Abfahrt um 6 Uhr. Trotz einigermaßen großzügiger Pausen kommen wir gut voran und sind schon gegen 19 Uhr in Mersin. Nur der Hafen schottet sich bestmöglich von der Außenwelt ab. Alle Zufahrtsstraßen versperrt. Wahlweise mit Betonblöcken, Erdwällen oder Stacheldraht. Eine einzige Zufahrtsstraße findet sich am Ende nach ewiger Suche doch noch. So sind wir gegen halb 9 vor Ort. Und da heißt es „in 10 Minuten soll es schon losgehen.“
Wir dürfen tatsächlich ins Hafengebiet rein – nur ist noch weit und breit keine Fähre zu sehen. Es wird also doch eine lange Nacht. Anja schafft es tatsächlich, den Chef der Hafenpolizei so zu becircen, daß wir uns telefonisch bestellte Pizzen in den Freihafen liefern lassen können! Lecker! Platz für Zelte gibt es nicht, also nehmen wir ein weiteres mal mit der ungemütlichsten Schlafvariante vorlieb: hinten in die Autos reinschlängeln und versuchen ein Auge zuzumachen.

13. Tag: Radarberg und Turtle Beach

Ein zweiter Tag in Dalyan. Das Städtchen bietet mehr als genug, um auch diesen ausgefüllt zu verbringen.

Zuerst geht’s auf den Radarberg. Bei „Tiefschnee-Schotter“ wird’s für einige Frontis wieder eng. Die Aussicht von oben ist in jede Himmelsrichtung einfach spektakulär! Auf dem Weg runter können wir dem Leoparden-Passat vom Tierchen-Team erste Hilfe leisten. Auspuff ab, aber da ist Sven in seinem Element. Wagenheber drunter, Tüddeldraht drum. Hält erstmal wieder.  :-)

Am Nachmittag fahren wir mit einigen der megavielen Bötchen raus zum Turtle Beach. Es ist aber Schlafenszeit für die Schildkröten, so daß wir nur eine einzige im Wasser planschen sehen (die hatte wohl „Nachtschicht“).

Die böse Nachricht des Tages: der Weg nach Mersin zur Fähre morgen ist noch superweit. Luftlinie um die 600 km, wieviel es mit all den Kurven auf der Küstenstraße werden, wollen wir lieber noch gar nicht wissen. Wir fahren einfach mal um 06.00 Uhr los, die Fähre soll schließlich gegen 22.00 Uhr gehen. Haha….

12. Tag: Traumkulisse Dalyan

Am Start in Alasehir dürfen wir endlich unsere über fast zwei Wochen getauschten Schuhe beim Organisationskomitee abgeben. Wir waren fleißig, haben eine Menge „richtiger“ Paare zusammenbekommen und können deshalb einen großen Packen Schuhe abliefern.

Durch richtig schöne, abwechslungsreiche Landschaften geht es nach Süden. Nach unzähligen Auf- und Abfahrten von Hügeln und Bergen dann ein besonders langer Pass, und auf der Passhöhe sehen wir mit einem mal das Meer vor uns liegen. Das verschlägt uns erst die Sprache und dann bricht der Jubel über Funk aus!

Dalyan ist zwar ziemlich touristisch, doch das stört uns heute nicht. Eine Auswahl von Restaurants, für einige auch an Hotels, und vor allem Natur zum Niederknien rundum. Der Schildkrötenstrand, die „floating forests“, bewaldete Hügel wie in Asien, und die Möglichkeit, das Ganze mit dem Bötchen anzuschauen.

Sehr gemütlich sitzen wir am Abend in der Blue Moon Bar und werden mit spektakulären Cocktail-Kreationen überrascht.